Blijde-Boodschap-Kirche

Die Blijde-Boodschap-Kirche in Kerkrade wirkt anders als die älteren Kirchen der Umgebung. Hier gibt es keine lange Folge mittelalterlicher Bauphasen, sondern ein markantes Gebäude der sechziger Jahre. Die große Glaswand ist ein wichtiger Teil des Raums.

Die Kirche entstand von 1963 bis 1965 im Rolduckerveld. Ein Teil der Mittel kam aus der Gemeinde. Am 19. September 1964 wurde im Turm ein Gedenkstein eingesetzt. Dahinter liegen Dokumente über Familien, die zum Bau beitrugen. So steckt die Geschichte des Viertels buchstäblich im Gebäude.

Eine Wand bestimmt das Licht

Die große Buntglasgestaltung war der letzte Entwurf des Maastrichter Glasmalers Jérôme Goffin. Die Darstellung bezieht sich auf den Namen der Kirche, die Frohe Botschaft, und den Text über deren Verkündigung. Auch Stassen ist mit der Glaskunst des Gebäudes verbunden.

Bei so großen Glasflächen macht Licht nicht nur den Innenraum sichtbar. Das Glas färbt den Raum und verändert das Verhältnis zwischen Wänden, Boden und Einrichtung. Auch auf Fotos ist die Wand dadurch mehr als eine Sammlung einzelner Fenster.

Am 26. Februar 2012 wurde die Kirche dem Gottesdienst entzogen. Das gehört zum Wandel des kirchlichen Lebens in der Region. Ein Gebäude für eine wachsende Gemeinde traf auf eine andere Wirklichkeit.

Bei meiner ursprünglichen Reportage wurde das Gebäude als Konzertsaal genutzt. Diese Funktion passte auf andere Weise zum großen Gemeinschaftsraum. Für die Fotos zählt vor allem, wie Gebäude, Glas und Einrichtung in der Aufnahmezeit zusammenwirkten.

Eine Kirche der sechziger Jahre erhält manchmal weniger selbstverständlich Aufmerksamkeit als ein viel älteres Denkmal. Gerade deshalb lohnt es sich, diese Architektur festzuhalten. Auch ein jüngeres Gebäude kann bereits ein ganzes Kapitel Stadtteilgeschichte darstellen.

Quellen und Hintergrund

Text und Fotografie: Marco Delnoij · EOSfoto

Diesen Beitrag teilen

FacebookXWhatsAppLinkedInPinterestE-Mail

Kommentare

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail- und IP-Adresse werden nicht veröffentlicht. Kommentare erscheinen nach Prüfung. IP-Adressen werden zur Bekämpfung von Spam und Missbrauch ein Jahr aufbewahrt. Mehr zum Datenschutz.