ArcelorMittal Gent

Nach mehreren Besuchen verlassener ArcelorMittal-Anlagen wurde es Zeit, auch einen Standort zu sehen, an dem noch gearbeitet wurde. Am Tag der offenen Unternehmen besuchte ich deshalb das Stahlwerk in Gent. Dieselbe Art Industrie, aber mit einem wesentlichen Unterschied: Hier musste man nicht rätseln, wozu die Anlagen einmal gedient hatten.

Gent ist ein integriertes Stahlwerk. Das bedeutet, dass ein großer Teil des Produktionsprozesses auf einem Gelände stattfindet, von der Anlieferung der Rohstoffe bis zur Herstellung und Weiterverarbeitung von Stahlblech. Schiffe bringen unter anderem Eisenerz und Kohle. In mehreren Verarbeitungsschritten entstehen schließlich die Stahlrollen, die an Kunden geliefert werden.

Vom Rohstoff zum Stahlblech

Ein Hochofen liefert zunächst flüssiges Roheisen. Im Stahlwerk werden Zusammensetzung und Reinheit weiter angepasst. Danach wird der Stahl gegossen und gewalzt. Wer in einer verlassenen Fabrik vor allem beeindruckende Hallen und Leitungen sieht, versteht hier besser, wie diese Teile zusammenhängen.

Ein Besuch am Hochofen gehörte leider nicht zu unserer Führung. Verständlich, aber schade war es trotzdem. Vielleicht ergibt sich diese Gelegenheit irgendwann noch. Die Führung selbst war gut organisiert, mit verständlichen Erklärungen und sogar einem Getränk. Für die Fotos musste ich mit dem auskommen, was entlang der erlaubten Route zu sehen war.

In einem arbeitenden Betrieb bestimmen Sicherheit und Produktion, wo man stehen darf. Einfach in eine andere Halle zu gehen, weil dort das Licht schöner ist, kommt natürlich nicht infrage. Das unterscheidet eine solche Reportage vom Fotografieren einer leeren Anlage. Das Motiv bleibt in Bewegung, und man folgt dem Programm.

Diese Serie dokumentiert den Besuch und nicht sämtliche Anlagen in Gent. Wer selbst hinmöchte, findet bei ArcelorMittal die aktuellen Möglichkeiten und Anmeldungen für Werksbesuche oder den Tag der offenen Unternehmen. Das Programm meines Besuchs ist keine Garantie für die nächste Gelegenheit.

Quellen und Hintergrund

Text und Fotografie: Marco Delnoij · EOSfoto

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