Maison Le Grand George

Maison Le Grand George war schon ein viel besuchter Ort, als wir ankamen. Viele Fotografen hatten das verlassene flämische Häuschen bereits besucht. Das war drinnen deutlich zu sehen.

Kaum ein Möbelstück oder eine Dekoration stand noch an einem glaubwürdigen Platz. Sogar Teetassen waren auf einen Stuhl gestellt worden. Warum macht man so etwas?

Genau deshalb besuche ich kaum noch ehemalige Wohnhäuser, deren Lage überall in Foren und sozialen Medien verbreitet wird. Das Inszenieren, meist als Staging bezeichnet, scheint immer normaler zu werden. Für mich geht damit verloren, was ein verlassenes Haus interessant macht.

„Take nothing but pictures, leave nothing but footprints“ ist eine bekannte Regel beim Urbex. Für manche Fotojäger scheint sie vor allem ein schöner Text unter ihren Fotos zu sein.

Eine Jacke hängt neben dem Fenster und die Möbel sind noch vorhanden, aber Teile der Decke lösen sich. Dadurch wirkt das Haus zugleich vertraut und unbewohnbar. Dieses Bild ist auch ohne Umstellen von Gegenständen stark genug. Mein Einwand gegen Staging betrifft keine Vorliebe für eine bestimmte Komposition. Es geht darum, dass der nächste Fotograf eine von jemand anderem geschaffene Szene vorfindet.

Text und Fotografie: Marco Delnoij · EOSfoto

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