Royal Theater in Heerlen

Wer vom Bahnhof in die Innenstadt von Heerlen geht, kommt am Royal Theater kaum vorbei. Das abgerundete Gebäude fällt auf, ohne dafür die Höhe seiner Nachbarn zu brauchen. Der Entwurf von Frits Peutz passt zu einer Zeit, in der ein Kinoabend noch ein richtiges Ereignis war.

Im Januar 1938 öffneten sich die Türen. Heerlen war damals eine aufstrebende Bergbaustadt und bekam mit dem Royal ein Kino, das zu diesen Ambitionen passte. Auch während der Besatzung blieb das Theater ein Ort, an dem Menschen Filme sahen. Rund um die Befreiung kam eine ganz andere Besucherin: Am 17. September 1944 trat hier Marlene Dietrich auf.

Ein Saal ohne Vorstellung

Nach dem Krieg blieb das Royal noch jahrzehntelang in Betrieb. Mit dem Aufkommen großer Kinokomplexe veränderte sich die Stellung der älteren Häuser. Als ich dort fotografieren durfte, wurde das Kino nicht genutzt. Diese Gelegenheit ließ ich mir natürlich nicht entgehen.

Ein Kinosaal ist darauf ausgelegt, die Aufmerksamkeit in eine Richtung zu lenken. Sobald kein Film läuft, fällt gerade der Raum darum herum auf. Die Form des Saals, die Sitzreihen, die Durchgänge und das Licht spielen plötzlich eine größere Rolle. Was während einer Vorstellung im Hintergrund bleibt, wird auf dem Foto zum Motiv.

Die Bilder gehören zu dieser Phase des Leerstands. Sie bedeuten also nicht, dass das Royal danach für immer geschlossen blieb. Filmhuis De Spiegel hat das Gebäude wieder für Filmvorführungen genutzt und arbeitet an der weiteren Entwicklung des Standorts. Für das Programm und den aktuellen Stand ist das Filmhaus die bessere Anlaufstelle. Diese Reportage bewahrt das Royal so, wie ich es damals vorfand.

Das ist auch das Schöne am Fotografieren solcher Gebäude. Man hält eine Zwischenphase fest, die den Menschen, die täglich vorbeikommen, kaum auffallen muss. Bis umgebaut wird und gerade diese alltäglichen Details verschwunden sind.

Quellen und Hintergrund

Text und Fotografie: Marco Delnoij · EOSfoto

Diesen Beitrag teilen

FacebookXWhatsAppLinkedInPinterestE-Mail

Kommentare

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail- und IP-Adresse werden nicht veröffentlicht. Kommentare erscheinen nach Prüfung. IP-Adressen werden zur Bekämpfung von Spam und Missbrauch ein Jahr aufbewahrt. Mehr zum Datenschutz.