Kloster Agnus Dei

Halb ausgebrannt, teilweise eingestürzt und schon endlos fotografiert. Außerdem waren genügend Gegenstände inszeniert worden. Gründe genug, Agnus Dei zunächst auszulassen.

Mein Interesse an religiösen Gebäuden setzte sich schließlich doch durch. Die Buntglasfenster und das besondere Licht machten mich neugierig.

Drinnen zeigte sich sofort, wie bekannt dieser Ort geworden war: Wir waren keineswegs allein. Mit starkem deutschem Akzent nannte ihn jemand sogar „a nice lost place“. So verloren fühlte er sich für mich nicht mehr an. Ich hatte schnell genug gesehen und war ebenso schnell wieder weg.

Die Fenster erklären allerdings, warum ich doch hingefahren bin. Farbiges Glas, hoher Raum und beschädigte Wände ergeben einen starken Kontrast. Die Schlafzimmer zeigen außerdem, dass der Komplex mehr als eine Kapelle war. Trotzdem änderte diese Kombination meinen Eindruck vom Besuch nicht. Ein schönes Bild macht einen überlaufenen und inszenierten Ort für mich nicht plötzlich interessanter.

Text und Fotografie: Marco Delnoij · EOSfoto

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