An einem der letzten warmen Sommertage fuhr ich mit einem meiner regelmäßigen Begleiter ins Hohe Venn, um uns an der Astrofotografie zu versuchen. Laut Light Pollution Map war das eine einigermaßen dunkle Gegend in überschaubarer Entfernung. Rund um Signal de Botrange konnten wir uns ein paar Stunden mit der Kamera und dem Nachthimmel beschäftigen.
Dabei gab es gleich einige praktische Lektionen. Keine kurze Hose, besser gegen Insekten eincremen und vor allem vorher genauer auf den Mond achten. Ein warmer Tag garantiert keine angenehme Nacht. Und ein dunkler Fleck auf der Karte sagt noch nichts darüber aus, wie viel Mondlicht darüber scheint.
Punkte oder Streifen
Bei einer Aufnahme der Milchstraße möchte man schwaches Licht sichtbar machen und die Sterne meist als Punkte abbilden. Belichtet eine Kamera ohne Nachführung zu lange, zeigt sich die Erddrehung als Bewegung der Sterne. Wie schnell das auffällt, hängt unter anderem von der Brennweite und dem Bildausschnitt ab. Eine einzige passende Belichtungszeit für jede Kamera und jedes Objektiv gibt es deshalb nicht.
Bei Sternspuren wird genau diese Bewegung zum Motiv. Eine lange Aufnahme oder eine Reihe zusammengefügter Bilder zeigt, wie sich die Sterne scheinbar über den Himmel drehen. Derselbe Effekt, der bei einem Foto unerwünscht ist, ist beim anderen der ganze Sinn der Aufnahme.
Bei unserem Besuch stand der Mond etwa im ersten Viertel. Das reichte, um das Fotografieren der schwachen Milchstraße zu erschweren. Mondlicht kann eine Landschaft schön beleuchten, verringert aber auch den Kontrast der lichtschwächeren Bereiche des Sternenhimmels. Beim nächsten Versuch gehört deshalb auch die Uhrzeit des Monduntergangs zur Vorbereitung.
Ein dunkler Himmel ist außerdem keine Einladung, sich überall im Naturschutzgebiet zu bewegen. Zugangsregeln beachten und auf erlaubten Flächen bleiben. Für uns war dieser Abend vor allem ein Kennenlernen einer Art von Fotografie, bei der man viel warten muss und zwischendurch genug zu sehen hat. Nur die kurze Hose hätte zu Hause bleiben dürfen.

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