Theresia-und-Don-Bosco-Kirche

Der offizielle Name ist lang: Kirche der heiligen Theresia vom Kinde Jesus und des heiligen Don Bosco. Sie steht in Lauradorp, einem eng mit dem Bergbauunternehmen Laura & Vereeniging verbundenen Viertel. Dieser Hintergrund erklärt, weshalb hier eine so große Kirche entstand.

Ein Bergarbeiterviertel im katholischen Südlimburg bestand aus mehr als Häusern. Schulen, Vereine und Einrichtungen für das kirchliche Leben gehörten ebenfalls dazu. Die Kirche nahm einen zentralen Platz ein. Das Bergbauunternehmen unterstützte den Bau und stellte seinen Baufachmann Jan Beersma als Architekten zur Verfügung.

Das Gebäude stammt von 1933. Beersmas Name ist also nicht zufällig damit verbunden. Auch im Baubüro der Zeche beschäftigte er sich mit der Umgebung, in der die Beschäftigten wohnten. Wohnen, Arbeit und Glaube lagen hier dicht beieinander.

Licht in einer Bergarbeiterkirche

An den Fenstern wird dieser Zusammenhang greifbar. Die Westwand zeigt unter anderem Theresia, Don Bosco mit einer Bergarbeiterfamilie sowie Maria mit dem Kind. Die Glasfenster sind also nicht nur Schmuck, sondern erzählen auch, für wen die Kirche gedacht war.

Im Inneren befinden sich außerdem Fenster mit Aposteln und Evangelisten von Jacques Verheyen aus den fünfziger Jahren. Der Unterschied zwischen klarem Tageslicht und farbigem Glas verändert den Raum mit der Uhrzeit. Das macht Kirchenräume fotografisch schwieriger, als es zunächst scheint. Was für die Augen ausgeglichen wirkt, kann auf dem Foto zu einem starken Kontrast werden.

Am 26. September 2020 wurde das Gebäude dem Gottesdienst entzogen. Diese Serie dokumentiert weiterhin das Innere während meines Besuchs und nicht die heutige Zugänglichkeit.

So bewahren die Bilder auch ein Stück Geschichte von Lauradorp. Die Zeche ist verschwunden, doch an Gebäude und Fenstern lässt sich die Verbindung zum Viertel noch ablesen.

Quellen und Hintergrund

Text und Fotografie: Marco Delnoij · EOSfoto

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